Bestand an Arbeitslosen höher als im Vorjahr
Im Dezember waren insgesamt 7.653 Menschen arbeitslos gemeldet und damit 1,2 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr. Der Bestand an Arbeitslosen erhöhte sich um 93 Personen. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen von 4,1 Prozent. Die Langzeitarbeitslosigkeit liegt mit 1.937 Personen um 235 Personen bzw. 13,8 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Bestand an Arbeitslosen mit dem Merkmal „Staatsangehörigkeit Ukraine“ stieg im Dezember um 19 Personen auf insgesamt 715. Aktuell suchen 274 Männer und 441 Frauen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.
„Die anhaltend schwache Konjunktur, insbesondere in der Industrie, belastet den regionalen Arbeitsmarkt weiterhin deutlich. Vor allem Berufseinsteiger und Langzeitarbeitslose haben es in der aktuellen Flaute schwer, ein Beschäftigungsverhältnis zu finden. Die Nachfrage nach Arbeitskräften verharrte in den vergangenen Monaten auf niedrigem Niveau. Für viele Unternehmen bleibt Kurzarbeit ein wichtiges Instrument, um wirtschaftliche Schwankungen abzufedern.
Gleichzeitig zeigt sich der Arbeitsmarkt zweigeteilt: Trotz der allgemeinen Wirtschaftsschwäche mangelt es in verschiedenen Branchen – etwa im Handwerk, in der Pflege und in der Erziehung – weiterhin an qualifizierten Fachkräften“, sagt Eva-Maria Kelch, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Passau, zur Entwicklung am regionalen Arbeitsmarkt.
Zum Jahresabschluss resümiert Kelch: „Angesichts der negativen Entwicklung ist die durchschnittliche Arbeitslosenquote im Jahr 2025 mit 4,1 Prozent noch als akzeptabel zu bewerten.“
Betrachtung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
Die Arbeitslosenquote im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag im Dezember bei 2,2 Prozent; insgesamt waren 4.070 Personen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht dies einem Anstieg um 191 Personen bzw. 4,9 Prozent.
Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) betrug die Arbeitslosenquote 1,9 Prozent. Hier waren 3.583 Erwerbslose registriert – ein Rückgang um 98 Personen oder 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Mehr Zugänge an Arbeitslosen im Dezember
Der Arbeitsmarkt ist in ständiger Bewegung. Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 2.165 Personen neu oder erneut arbeitslos – 301 mehr als im November, was einem Anstieg von 16,1 Prozent entspricht. Gleichzeitig beendeten 1.630 Menschen ihre Arbeitslosigkeit, 80 Personen bzw. 4,7 Prozent weniger als im Vormonat.
Nachfrage nach Arbeitskräften ist rückgängig
Der Bestand an Arbeitsstellen lag im Dezember weiterhin auf niedrigem Niveau. Insgesamt wurden der Arbeitsagentur 2.529 offene Stellen gemeldet – 23 weniger als im Vormonat. Die meisten freien Stellen entfielen im Dezember auf den Baubereich, das Verarbeitende Gewerbe, das Gesundheits- und Sozialwesen sowie den Handel.
Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung: Zahl der Erwerbstätigen gesunken
Zum Stichtag 30. Juni 2025 wurden im Agenturbezirk Passau 9.684 Betriebe und 131.923 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte registriert. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Rückgang um 589 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Zudem verringerte sich die Zahl der Betriebe um 95.
Der Rückgang markiert das Ende des positiven Trends der vergangenen zwei Jahre, in denen die Zahl der Erwerbstätigen noch gestiegen war.
Anzeigen auf Kurzarbeitergeld
Die Beantragung von konjunkturellem Kurzarbeitergeld bleibt im Agenturbezirk Passau weiterhin ein zentrales Instrument, um Entlassungen und damit verbundene Arbeitslosigkeit bei vorübergehenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu vermeiden. Im Dezember haben 11 Betriebe für insgesamt 224 Beschäftigte neu Kurzarbeit angezeigt. Im November lagen die Neuanzeigen noch bei 16 Betrieben und 106 Personen – damit stieg zwar die Zahl der betroffenen Beschäftigten, jedoch bei einer geringeren Zahl an Betrieben.
