Unsichere Rahmenbedingungen schwächen die Frühjahrsbelebung
Im Mai waren insgesamt 7.380 Menschen arbeitslos gemeldet und damit 5,5 Prozent weniger im Vergleich zum Vormonat. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen von 3,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt im Mai somit um 0,2 Prozentpunkte unter dem Wert des Vormonats (minus 426 Personen) sowie um 0,1 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert (plus 285 Personen). Die Zahl der Langzeitarbeitslosen beträgt 2.014 Personen und zeigt im Vergleich zum Vormonat einen leichten Rückgang um 36 Personen.
Eva-Maria Kelch, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Passau, zur aktuellen Situation: „Die Arbeitslosigkeit ist zwar rückläufig, doch bleibt die erhoffte Trendwende am Arbeitsmarkt aus. Die gedämpften Wachstumsperspektiven und die anhaltende wirtschaftliche Stagnation belasten die Beschäftigungsentwicklung weiterhin. Insbesondere der Industriesektor leidet unter der anhaltenden Schwächephase, die durch hohe Energiepreise und internationale Krisen noch verschärft wird. Diese Unsicherheiten führen dazu, dass geplante Personaleinstellungen häufig verschoben oder nicht umgesetzt werden. Eine nachhaltige Verbesserung der wirtschaftlichen Lage ist dadurch nicht absehbar.“
Betrachtung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
Im Mai wurden im Bereich der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung weniger Personen als im Bürgergeld gezählt. Die Arbeitslosenquote im Rechtskreis SGB III lag bei 2,0 Prozent und 3.678 arbeitslosen Personen. Dies stellt im Vergleich zum Vorjahresmonat eine Zunahme um 243 Personen oder 7,1 Prozent dar. Im Rechtskreis SGB II lag die Arbeitslosenquote im Mai bei 2,0 Prozent und 3.702 Erwerbslosen. Dies entspricht einer Zunahme zum Vorjahresmonat um 42 Personen oder 1,1 Prozent.
Bewegung am Arbeitsmarkt: Mehr Abgänge in Arbeit
Die Zahl der monatlichen Abgänge übersteigt auch im Mai die monatliche Zugangszahl. Im Berichtsmonat meldeten sich 1.781 Personen neu oder erneut arbeitslos, 68 Personen mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 2.204 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 142 Personen mehr als im Mai 2025.
Arbeitskräftebedarf steigt im Mai
Im Bezirk der Agentur für Arbeit Passau ist der Stellenbestand aktuell bei 2.440 Arbeitsstellen. Im aktuellen Berichtsmonat ist die Nachfrage nach Arbeitskräften gestiegen. Die neu gemeldeten Stellenangebote stammen überwiegend aus den Branchen wirtschaftliche Dienstleistungen, freiberufliche und technische Dienstleistungen, Handel, Kfz-Instandhaltung und -reparatur, Verkehr und Logistik sowie dem Gesundheits- und Sozialwesen.
Im Vergleich zum Vormonat wurde ein Zuwachs von 81 Stellen verzeichnet. Allerdings liegt der aktuelle Stellenbestand um 184 Stellen unter dem Niveau des Vorjahresmonats.
„In einigen Wirtschaftsbereichen stagniert der Bedarf an Arbeits- und Fachkräften. Im Gesundheits- und Sozialwesen bleibt hingegen auch künftig eine anhaltend hohe Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften bestehen. Besonders die Pflegebranche eröffnet Wiedereinsteigenden und Menschen, die sich beruflich neu orientieren möchten, gute Perspektive mit langfristiger Sicherheit und attraktiven Verdienstmöglichkeiten“, sagt Kelch.
Aktuelle Entwicklung des Ausbildungsmarktes
Seit Oktober meldeten sich 1.463 Bewerber/innen – ein Plus um 78 Personen oder 5,6 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Den Ausbildungsplatzsuchenden stehen mit über 2.200 Stellen viele Ausbildungsmöglichkeiten in der Region zur Verfügung. Der Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Passau wirbt auch weiterhin neue Ausbildungsstellen ein.
Unter den Top 10 Berufe der Bewerberinnen und Bewerber befinden sich: Kfz-Mechatroniker/in – PKW-Technik, Kaufmann/-frau –Büromanagement, Medizinische/r Fachangestellte/r, Bankkaufmann/-frau, Elektroniker/in – Energie-/Gebäudetechnik, Fachinformatiker/in – Systemintegration, Industriekaufmann/-frau, Friseur/in, Fachinformatiker/in – Anwendungsentwicklung, Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r.
Die beschriebene Entwicklung des Ausbildungsmarktes stellt eine vorläufige Einschätzung des aktuellen Berichtsjahres 2025/26 dar und ist noch nicht abgeschlossen.
Weniger Nachfrage nach Kurzarbeit
Im Kalendermonat Mai zeigte sich eine positive Entwicklung bei den Kurzarbeitergeldanzeigen, da diese im Vergleich zum Vormonat zurückgingen. Zu den noch laufenden Kurzarbeitsfällen wurden neu oder erneut von 8 Betrieben für 49 Personen Kurzarbeit angezeigt.
