Schwache Konjunktur führt zur Stagnation am Arbeitsmarkt
Im Juni waren insgesamt 7.282 Menschen arbeitslos gemeldet und damit 1,3 Prozent weniger im Vergleich zum Vormonat. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen von 3,9 Prozent und bleibt damit im Juni auf dem Niveau des Vormonats (minus 98 Personen). Für den Personenkreis der Langzeitarbeitslosen zeigt sich im Vergleich zum Vormonat keine Veränderung, mit insgesamt 2.014 Personen. Ebenso bleibt die Arbeitslosenzahl bei den jungen Erwachsenen unter 25 Jahren im Vergleich zum Vormonat nahezu konstant, mit einem leichten Rückgang um 2 Personen.
„Trotz einer stabilen Arbeitslosenquote von 3,9 Prozent bleibt die Jobsuche für viele Menschen, insbesondere für junge Bewerberinnen und Bewerber sowie Langzeitarbeitslose, eine große Herausforderung. Fehlende Berufserfahrung oder längere Zeiten außerhalb des Arbeitsmarkts erschweren ihre Chancen zusätzlich. Die schwache Konjunktur führt zu einer spürbaren Stagnation: In Industrie und Dienstleistung sinkt die Zahl offener Stellen. Zudem verschärfen wirtschaftliche Unsicherheit und die leichte Sommerflaute die Situation und machen die Suche nach einer neuen Arbeitsstelle noch schwieriger“, sagt Eva-Maria Kelch, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Passau, zur Lage am aktuellen Arbeitsmarkt.
Betrachtung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
Im Juni waren etwas weniger Personen im Bereich der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung gemeldet als im Bürgergeld. Die Arbeitslosenquote im Rechtskreis SGB III lag bei 1,9 Prozent und 3.637 arbeitslosen Personen. Dies stellt im Vergleich zum Vorjahresmonat eine Zunahme um 285 Personen oder 8,5 Prozent dar.
Im Rechtskreis SGB II lag die Arbeitslosenquote im Juni bei 1,9 Prozent und 3.645 Erwerbslosen. Dies entspricht einem Rückgang um 12 Personen oder minus 0,3 Prozent zum Vorjahresmonat.
Bewegung am Arbeitsmarkt: Mehr Abgänge als Zugänge an Arbeitslosen
Die Zahl der monatlichen Abgänge übersteigt auch im Juni die monatliche Zugangszahl. Im Berichtsmonat meldeten sich 1.653 Personen neu oder erneut arbeitslos, 40 Personen mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 1.760 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 51 Personen mehr als im Juni 2025.
Bestand an offenen Stellen leicht gestiegen
Im Bezirk der Agentur für Arbeit Passau wurde im aktuellen Berichtsmonat ein Stellenbestand von 2.525 Arbeitsstellen verzeichnet. Im Juni zeigte sich ein leichter Anstieg der Nachfrage nach Arbeitskräften, der sich in einer Erhöhung des Stellenbestands um 85 Stellen widerspiegelt. Dennoch bleibt der Bestand im Langzeitvergleich auf einem niedrigen Niveau.
Rückgang bei sozialversicherungspflichtig Beschäftigten
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag im Dezember 2025 bei 130.396 Personen und ist damit im Vergleich zu den vergangenen drei Jahren (jeweils Dezemberwerte) leicht zurückgegangen. Dennoch bewegt sich die Beschäftigtenzahl weiterhin auf einem soliden Niveau.
Viele Ausbildungsstellen sind noch unbesetzt
Seit Oktober haben sich 1.503 Bewerberinnen und Bewerber gemeldet, ein Plus von 81 Personen bzw. 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig stehen den Ausbildungsplatzsuchenden seit Beginn des Berichtsjahres 2025/26 über 2.300 Stellen zur Verfügung und bieten eine breite Auswahl an Ausbildungsmöglichkeiten.
Eva-Maria Kelch: „Für alle, die noch einen Ausbildungsplatz suchen, gibt es gute Nachrichten: Die Chancen stehen weiterhin sehr gut. Aktuell sind über 1.000 Ausbildungsstellen unbesetzt. Wer noch unschlüssig ist oder Unterstützung bei der Berufswahl braucht, sollte sich direkt an die Berufsberatung wenden und einen Beratungstermin vereinbaren.“
Unter den Top-10-Berufe der Berufsausbildungsstellen sind: Kaufmann/-frau – Einzelhandel, Verkäufer/in, Kaufmann/-frau – Büromanagement, Zerspanungsmechaniker/in, Fachkraft – Lagerlogistik, Elektroniker/in – Betriebstechnik, Industriekaufmann/-frau, Industriemechaniker/in, Elektroniker/in – Energie-/Gebäudetechnik, Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r.
Die beschriebene Entwicklung des Ausbildungsmarktes stellt eine vorläufige Einschätzung des aktuellen Berichtsjahres dar und ist noch nicht abgeschlossen.
Kurzarbeit: Neuanzeigen bleiben auf niedrigem Niveau
Im Vergleich zum Vormonat ist ein weiterer Rückgang der Neuanzeigen von Betrieben auf Kurzarbeit zu verzeichnen. Allerdings ist bei den Kurzarbeitenden ein Anstieg festzustellen. Neu oder erneut haben 4 Betriebe für insgesamt 169 Personen Kurzarbeit angezeigt, was zu den bereits laufenden Kurzarbeitsfällen hinzukommt.
